Infos zum Verein

Präsidium: Thomas Scheider, Tonja Rausch und Prof. Dr. Frank G. Hirschmann

Seit nunmehr über fünfzehn Jahren präsentiert das Théâtre Tête à Tête dem Trierer Publikum die verschiedensten Formen theatralischer Ausdrucksmöglichkeiten. Ob Collage oder Kammerspiel, barockes Open-Air-Spektakel, Chansontheater oder Klanginstallation - die vielseitigen Künstler und Künstlerinnen des Théâtre Tête à Tête haben ihr Publikum immer wieder aufs Neue überrascht.

Hervorgegangen ist das Théâtre Tête à Tête aus der romanistischen Theatergruppe der Universität Trier. 1992 haben wir den Schritt in die Tuchfabrik Trier (TUFA) gewagt und so eine entscheidende Hürde auf dem Weg zur Professionalisierung genommen. Der gemeinnützige Verein besteht seit 1993.

Wichtigste Förderer des Theaters sind der Kultursommer Rheinland-Pfalz, die Stiftung des Landes Rheinland-Pfalz für Kultur, die Sparkasse Trier und die Stadt Trier.

Lange Zeit haben wir unter der Regie von Frank G. Hirschmann eine große Produktion im Jahr erarbeitet. Dabei handelte es sich meist um Uraufführungen. Die vom Théâtre Tête à Tête verfeinerte Technik der Collagen ermöglichte es dabei, die verschiedenen theatralischen Ausdrucksformen vom Tuntenkitsch bis zur Diskussion um gesellschaftliche Prozesse, von großen Tableaus bis zu psychologisch fein gezeichneten kammerspielhaften Szenen auf die Bühne zu bringen. Neben dem Sprechtheater spielten dabei meist auch Gesang, Choreographie, Dias und Videos eine große Rolle.

Die erfolgreichste unter den kleineren Produktionen war "Intime Geschichten aus dem Paradies", eine Komödie von Jaime Salom, die in Trier 1997 Premiere hatte und auch in anderen Städten Erfolge feiern konnte (u.a. war die Produktion als Trierer Beitrag im Rahmen von Weimar - Kulturhauptstadt Europas 1999 zu sehen).

Kennzeichnend für die genreübergreifende Arbeit ist die regelmäßige Zusammenarbeit mit Mitgliedern des Ensembles des Theater Trier sowie mit anderen in der TUFA angesiedelten Vereinen (theater duke's oak, Tufa Tanz e.V.), wodurch wir unsere künstlerische Palette erheblich erweitern konnten. Darüber hinaus gibt es zwischen dem Théâtre Tête à Tête und dem Euro Theater Central Bonn seit 1997 einen regelmäßigen Austausch von Produktionen.

Eine weitere Säule im Kulturangebot des Théâtre Tête à Tête bilden die Chanson-Programme mit Jens Förster ("Perlen und Säue", "Ob es im Himmel wohl Sekt gibt", "Casta Diva", "Zug um Zug", "Niemandsrose", "Phoenixfedern"), die in zahlreichen deutschen Städten das Publikum begeisterten. Gastspielorte für verschiedene Produktionen waren u.a. Saarbrücken, Bonn, Aachen, Köln, Münster, Kassel, Hamburg, Bremen, Mainz, Würzburg, Nürnberg, Augsburg, Weimar, Leipzig, Kiel, Koblenz, Frankfurt und Luxemburg. Durch die einzigartige Verbindung zwischen Theater und Chanson hat der Autor und studierte Opernsänger Jens Förster ein ganz neues Genre kreiert. Försters Erfolg hat dazu geführt, dass wir mittlerweile auch CDs unter eigenem Label mit Programmen des Sängers produzieren.

Seit 1996 tritt Tête à Tête auch als Veranstalter in Erscheinung. So konnten wir in Trier eine der renommiertesten Chanson-Reihen Deutschlands aufbauen. Anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Vereins, der mit einer großen Gala gefeiert wurde, kamen Künstler und Künstlerinnen aus der ganzen Republik nach Trier. Das achtstündige Programm, das wir mit ihrer Hilfe auf die Beine stellen konnten, war unser schönstes Geburtstagsgeschenk.

In letzter Zeit haben sich die Schwerpunkte der künstlerischen Aktivitäten des Vereins verlagert. Weiterhin hat die Chanson-Reihe und die Eigenproduktionen mit Jens Förster eine zentralen Bedeutung. Daneben veranstaltet das Théâtre Tête à Tête mittlerweile auch Autorenlesungen und Kabarettveranstaltungen, wogegen groß besetzte eigene Theaterproduktionen in den letzten Jahren nicht mehr stattgefunden haben.

Als neues Aktionsfeld ist auf der Landesgartenschau Trier 2004 die Objekt- und Klanginstallation hinzugekommen. Thomas Scheider, langjähriger Schauspieler und Regisseur beim Théâtre Tête à Tête, hat unter dem Titel "...der Wahnsinn ist im Tal" eine Dauerausstellung Jean-Paul Sartre und seiner Zeit als Kriegsgefangener auf dem Trierer Petrisberg gewidmet. Die Soundcollage wurde anschließend vom Stadtmuseum Simeonstift erworben.

So hat das Théâtre Tête à Tête seine künstlerischen Ausdrucksformen stets an die Zeit und die eigenen Möglichkeiten angepasst. Zuletzt standen vor allem Klang- und Fotoarbeiten im Vordergrund wie z.B. die Arbeit "fabric / projektionen", die im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz 2008 zu sehen ist. Wir sind gespannt, wohin die wechselnde Besetzung, die Resonanz unseres Publikums und neue Ideen uns in den nächsten Jahren noch führen werden …

Eigene Produktionen:

1993: "Zofen"
1994: "Lydia H. - keine Biographie" (UA)
1995: "Und alle Lust will Ewigkeit - Stück von Liebe, Tod und Ekel" (UA)
           "Divina commedia per cinque minuti" (UA)
           "Perlen und Säue" (UA) 
1996: "Der Balkon"
          "Casta Diva" (UA)
          "Titania" - ein barockes Theaterspektakel im Park von Schloss Weilerbach
1997: "Intime Geschichten aus dem Paradies"
          "so brICH mein HERRz" (UA)
1998: "Odysseus ? - Penelope !" (UA)
1999: "Tagträumer"
          "Zug um Zug" (UA)
2001: "Paparazzi oder die Chronik eines gescheiterten Sonnenaufganges"
          "Niemandsrose - anybody's biography" (UA)
2004: "Phoenixfedern" (UA)
          ",...der Wahnsinn ist im Tal' - Jean Paul Sartre auf dem Petrisberg" (UA)
2005: "Paarhufer sind selten allein" (UA)
          "Der Streit um den schönen Pagen" - Foto- und Klangcollage zum TUFA-Jubiläum
2008: "fabric / projektionen" (UA)


Gäste Chanson: Tim Fischer, Lotti Huber, Cora Frost, Georgette Dee und Terry Truck, Barbara Ullmann, Katharina Bihler, Die Popette Betancor, Telmo Pires, Boris Steinberg, Gisela May, Mouron, Tina Teubner, Malediva, Irmgard Knef, Sven Ratzke, Schall & Hauch, Queen Bee, Reinhild Kuhn

Gäste Lesungen und Kabarett: Max Goldt, Robert Gernhardt, Gerhard Polt und Die Biermösl Blosn, Harry Rowohlt, Die Titanic Boy Group